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ICO-Funding: Wenn Crowdfunding auf die Blockchain trifft

CrowdCircus.com 3 Oktober 2017

In der Welt der Kryptowährungen gibt es ein neues Finanzierungsmodell: ICO-Funding. Diese Finanzierungsform steckt zwar noch in den Kinderschuhen, sorgt aber bereits für viel Furore. Immer wieder tauchen Meldungen über neue Crowdfunding-Rekorde auf, weil bei einem ICO-Funding innerhalb kürzester Zeit dreistellige Millionenbeträge für Technologie-Startups über die Crowd eingesammelt werden. Doch was steckt hinter dem Hype um das ICO-Funding? Und kann es die Bereiche Crowdfunding und Crowdinvesting voranbringen?

Ein Gastkommentar von Companisto:

Was ist ein ICO-Funding?

Ein ICO-Funding ist die Verbindung von Crowdfunding mit digitalen Währungen. ICO steht dabei für Initial Coin Offering. Es ist damit wörtlich angelehnt an das englische Wort für Börsengang, Initial Public Offering (IPO). Bei einem ICO werden auch Unternehmensanteile zum Kauf angeboten, jedoch nicht in Aktienform, sondern in Form von Münzen einer digitalen Währung (sogenannten Tokens).

Diese Tokens sind ein Art digitaler Wertcoupons. In den meisten Fällen dienen die Tokens der Finanzierung eines dahinter liegenden Blockchain-Projekts. Nach einem erfolgreichen ICO-Funding werden die Tokens als neue Digitalwährung auf den gängigsten Online-Börsen öffentlich gehandelt. Investoren erhalten durch ein ICO-Funding so die Möglichkeit, in eine Kryptowährung einzusteigen, noch bevor diese öffentlich gehandelt wird. Ist das finanzierte Projekt später erfolgreich, steigt auch der Wert der Tokens rasant an.

ICOs werden von Startups aus dem Technologiesektor genutzt, um strikte Regulierungen im Finanzmarkt zu umgehen. Sie stellen zunächst, ähnlich wie beim Crowdfunding oder Crowdinvesting auch, ein Pitchdeck in Form eines Whitepapers vor, in dem sie beschreiben, welches Problem sie lösen und wie sie dorthin gelangen wollen. Dann legen sie ein Finanzierungsziel fest, in dem sie erklären, welche Finanzmittel sie benötigen, um das Projekt zu realisieren.

Häufig ist die Menge der offerierten Tokens begrenzt, so dass ein ICO genau wie ein Angebot von Unternehmensanleihen überzeichnet sein kann, wenn die Nachfrage höher ausfällt als das Angebot. Die Gründer behalten einen Teil der Tokens für sich. So haben sie einen starken finanziellen Anreiz, ihr Projekt zum Erfolg zu führen. Eine weitere Gemeinsamkeit mit Crowdfunding und Crowdinvesting: Wenn eine ICO das Finanzierungsziel verfehlt, gilt die Kampagne als gescheitert und die Investoren erhalten ihr Geld zurück.

Was ist die Blockchain?

Während klassische Börsengänge (IPOs) mit ihrem Verkauf von Unternehmensanteilen dem Crowdinvesting näher sind, sind ICOs dem Crowdfunding ähnlicher. Denn die Unterstützer der ersten Stunde sind oft von der Idee überzeugt. Die Rendite ist nicht das schlagende Argument für sie, denn dafür ist es zu spekulativ. Auch die Startups, die auf ICOs setzen, sprechen nicht selten von einer Spende und nicht von einem Investment, dass nach Ablauf einer gewissen Frist mit einer Verzinsung zurückgezahlt wird. ICOs sind häufig eng verknüpft mit einer technologischen Entwicklung, die aus dem Bereich der Kryptowährungen stammt: Blockchain.

Die Blockchain ist eine neue Technologie im Softwarebereich, die mit der Entwicklung der kryptografischen Digitalwährung Bitcoin aufkam. Die Blockchain hat hier die Transaktionskosten drastisch gesenkt und grenzübergreifende Zahlungen in Sekundenschnelle ermöglicht. Alle Transaktionen sind in der Blockchain festgehalten und für jeden Nutzer zu jeder Zeit einsehbar. Damit dient sie als eine Art dezentrales Kassenbuch.

Doch die Anwendung ist nicht nur auf Finanztransaktionen beschränkt, sondern lässt sich auf alle Bereiche ausdehnen, in denen Transparenz und Rückverfolgung einen hohen Stellenwert haben. Das können Urheberrechte an Musik, Fotos oder Texten sein, aber auch Eigentumsrechte von Immobilien, Rohstoffen oder Unternehmensanteilen. Über die Blockchain könnte jeder Marktteilnehmer einfach nachverfolgen, bei wem die Rechte liegen oder wer sie gerade erworben hat.

Zwei erfolgreiche ICO-Fundings im Überblick

Ethereum

Das bekannteste Beispiel für ein erfolgreiches ICO-Funding ist Ethereum. Ethereum ist ein Blockchain-Netzwerk zur Implementierung sogenannter Smart Contracts. Das sind Verträge, die sich selbst erfüllen, wenn eine vordefinierte Bedingung erfüllt wird – also beispielsweise eine Zahlung wird automatisch getätigt, wenn eine Ware geliefert wird. Die Tokens von Ethereum heißen Ether.

2014 wurde das ICO-Funding für Ethereum gestartet. Das Projekt sammelte damals rund 18 Millionen US-Dollar ein, wodurch sich der Wert der neuen Kryptowährung bei 40 US-Cents pro Ether einpendelte. Als die Plattform 2015 live ging und absehbar wurde, dass Ethereum ein Erfolg wird, stieg der Kurs rasant an. Aktuell liegt er bei 290 US-Dollar pro Ether und Ethereum verzeichnet eine Marktkapitalisierung von mehr als 27 Milliarden US-Dollar.

Heute erfreut sich die Blockchain-Anwendung großer Beliebtheit in verschiedenen Bereichen. So setzt beispielsweise das australische Agrarunternehmen AgriDigital auf das Ethereum-Netzwerk.  Bauern können über AgriDigital ihr Getreide an Großhändler verkaufen und werden bei der Lieferung automatisch bezahlt. Das spart Zeit und Geld bei der Buchhaltung und weil Zahlungen nicht länger verschleppt werden. Denkbar wäre auch der Einsatz von Smart Contracts im Bereich der Containerschifffahrt. Wenn eine Container-Ladung im Zielhafen gelöscht wird, könnte die Zahlung automatisch freigegeben werden.

Bancor

Bancor ist eine auf der Ethereum-Blockchain basierende Digitalwährung. Das dahinter stehende Startup aus Israel sammelte rund 153 Millionen Dollar Kapital zum Start ein. Der Verkauf wurde am 12. Juni gestartet. Insgesamt wurden bei dem ICO etwa 79,3 Millionen Ether-Tokens erstellt, wovon etwa die Hälfte der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten wurde.

Die andere Hälfte wurde für eine künftige Kapitalerhöhung zurückgehalten. Mehr als 10.000 Käufer nahmen an der Auktion teil. Das Startup konnte 390.000 Ether einsammeln, deutlich mehr als die zunächst anvisierten 250.000. Ein anonymer Käufer investierte umgerechnet 27 Millionen US-Dollar in das Startup. Unter den Käufern soll sich auch der renommierte Venture-Capital-Fonds Draper Fisher Jurvetson befunden haben.

Das Startup aus Israel will mit Bancor ein verbessertes Software-Protokoll für digitale Währung entwickeln. So soll die Liquidität der Währung erhöht werden, in dem ein Puffer einer Reservewährung für Engpässe zurückgehalten wird. Außerdem soll auch die Preisfindung der Kryptowährung durch ständige Aktualisierung von Käufern und Verkäufern transparenter und schneller ablaufen. Bancor nennt die neue Generation von Kryptowährungen daher Smart Tokens und will Vorreiter auf diesem Gebiet werden.

Welche Risiken haben ICOs für Investoren?

Das ICO-Funding bewegt sich in einem Graubereich zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting. Den Investoren werden in der Regel keine Renditeversprechen gemacht, oft wird von einer Spende gesprochen und um Unterstützer geworben wie bei einem klassischen Crowdfunding. Doch die Unterstützer der ersten Stunde spekulieren natürlich auch auf Ertrag, denn sie profitieren für ihr Engagement in einer Frühphase über einen starken Kursgewinn der Kryptowährung.

Dabei tragen die Investoren auch einen Teil des unternehmerischen Risikos. Schlägt das Projekt fehl, sind auch die Tokens am Ende nichts mehr wert. Die Kapitalanlage birgt also das Risiko des Totalverlusts. In den meisten Fällen erhalten Investoren keine Mitspracherechte wie sie etwa mit dem Erwerb von Aktien verbunden sind, können also keinen Einfluss auf das Projekt nehmen und müssen voll auf die Entwickler vertrauen.

Für Investoren birgt diese Kapitalanlage also erhebliche Risiken. Der Bereich ist zudem komplett unreguliert. Die US-Börsenaufsicht SEC hat bereits angekündigt, bei ICOs bald mit härteren Mitteln durchzugreifen und sie der gängigen Regulierung zu unterwerfen. Und schließlich zieht jeder Bereich, in dem es um viel Geld geht und in dem ein klares Regelwerk fehlt, auch Betrüger an. Das wiederum erhöht die Kosten der Investoren für eine mögliche Due Dilligence. Investoren, die sich nicht mit den Themen Blockchain und Kyrptowährungen auskennen, sollten bei ICOs also extreme Vorsicht walten lassen.

Tipp: Erfahren Sie mehr zum Thema Crowdfunding, Crowdinvesting und zu unterschiedlichen Anlagestrategien in der Companisto Investoren-Akademie und dem Companisto Blog – Autor André Jasch  veröffentlichte den Artikel hier im Original.


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