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Crowdinvesting in der Gesundheitswirtschaft | aescuvest im Interview

CrowdCircus.com 23 November 2017

"Wir waren die erste Plattform mit einem vertikalen Ansatz, der sich auf Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft fokussiert hat. Das bietet Vorteile für Investoren, weil das Team mit seinem fachspezifischen Hintergrund die Chancen der jeweiligen Geschäftsideen recht gut einschätzen kann." | CrowdCircus im ausführlichen Interview mit Dr. rer. nat. Patrick Pfeffer, Gründer und Geschäftsführer der auf Healthcare fokussierten Crowdinvesting-Plattform aescuvest.

CrowdCircus.com: Wer steckt eigentlich hinter der Crowdinvesting-Plattform "aescuvest"?

Dr. Patrick Pfeffer: Hinter aescuvest steht ein Team, dass sich zu großen Teilen schon seit vielen Jahren kennt. Dabei darf ich mich wohl zur Vaterschaft der Idee einer vertikalen Crowdinvesting-Plattform für Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft bekennen. Die Initialzündung gab ein persönliches Erlebnis. Mein berufliches „Vorleben“ spielte natürlich auch eine Schlüsselrolle: Als Bioinformatiker war ich zuvor in verschiedenen Funktionen in der Pharma- und Gesundheitsbranche tätig und habe mich insbesondere mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt. Ich habe die Idee zu aescuvest mit langjährigen Freunden diskutiert, verfeinert und schließlich gemeinsam in die Tat umgesetzt. Das achtköpfige Gründerteam verfügt zusammen über weit mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Finanz- und Gesundheitswirtschaft. Und seit unserem Start sind noch ein paar Mitstreiter hinzugekommen, die sich für die Idee des Crowdfundings gesellschaftlich relevanter Innovationen begeistern ließen.

Das aescuvest-Team (© aescuvest)


CrowdCircus.com: Wie lange gibt es die Plattform bereits und welche Projektanzahl und welches Volumen konnte aescuvest bislang erfolgreich abwickeln?

Dr. Patrick Pfeffer: Die Gesellschaft wurde Ende 2014 gegründet, Im Sommer 2015 ging unsere erste Kampagne online. Seitdem wurden auf der Plattform acht Geschäftsideen und Innovationen vorgestellt, sechs wurden erfolgreich finanziert. Insgesamt haben wir gerade das Finanzierungsvolumen von 1 Mio. Euro überschritten. Das ist noch kein besonders hoher Betrag. Aber wenn man bedenkt, dass wir dies mit einem sehr beschränkten Marketing-Etat geschafft haben, sind wir schon ein bisschen stolz darauf. Uns war es auch wichtig zu sehen, ob unser Konzept überhaupt angenommen wird. Und diesen Beleg haben wir bekommen. Zudem haben wir eine sehr gute Resonanz aus der Gesundheitswirtschaft auf die Plattform, konnten von Anfang an namhafte Kooperationspartner wie das Medizintechnik-Cluster Medical Valley Nürnberg Erlangen, die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden oder die Gründerinitiative Science4Life gewinnen. Seit diesem Jahr arbeiten wir auch mit EIT Health zusammen, mit über 140 Mitgliedsunternehmen und -organisationen eine der weltweit größten Gesundheitsinitiativen. Für das kommende Jahr planen wir eine signifikante Expansion unserer Aktivitäten.

CrowdCircus.com: Was waren rückblickend gesehen die größten Hürden, die "aescuvest" meistern musste, um seine heutige Marktposition zu erreichen?

Dr. Patrick Pfeffer: Die größte Herausforderung war vielleicht unsere eigene Geduld. Es ist schon eine Herausforderung, gute Ideen ablehnen zu müssen – weil wir zum Beispiel von der Markttauglichkeit nicht restlos überzeugt waren – und gleichzeitig kein laufendes Projekt auf der Plattform zu haben.

CrowdCircus.com: Im deutschsprachigen Raum haben sich mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Crowdinvesting-Plattformen am Markt positioniert. Wie kann sich aescuvest in diesem kompetitiven Marktumfeld differenzieren? Worin bestehen die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale?

Dr. Patrick Pfeffer: Wir waren die erste Plattform mit einem vertikalen Ansatz, der sich auf Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft fokussiert hat. Das bietet Vorteile für Investoren, weil das Team mit seinem fachspezifischen Hintergrund die Chancen der jeweiligen Geschäftsideen recht gut einschätzen kann. Als wohl einzige deutschsprachige Plattform verfügen wir über einen Wissenschaftlichen Beirat, dessen positive Beurteilung Grundvoraussetzung für die Annahmen eines Unternehmens ist. Der fokussierte Ansatz bietet aber vor allem den kapitalsuchenden Gründern entscheidende Vorteile. Crowdfunding heißt ja Finanzierung plus Marketing. Und über aescuvest können die Unternehmen ohne die sonst üblichen Streuverluste sehr gezielt künftige Anwender ansprechen – nicht nur in Form der registrierten Nutzer, sondern auch durch unsere Kooperationen mit diversen Netzwerken in der Gesundheitswirtschaft. Der Mehrwert unserer Plattform für Gründer ist mit dem eines guten Business Angels oder VCs vergleichbar. Wir können das Geschäft richtig vorantreiben, angefangen bei der PR-Unterstützung bis hin zur Hilfe beim Eintritt in den heiß begehrten chinesischen Markt. Last but not least verfügen wir durch die Kooperation mit EIT Health über einen einzigartigen Zugang zu den spannendsten Start-ups aus ganz Europa.

CrowdCircus.com: Auf welche Projekt-Highlights blickt das aescuvest-Team besonders gerne und stolz zurück?

Dr. Patrick Pfeffer: Da fallen mir sofort ello und snakeFX ein. ello ist ein Projekt, das sich aus Uni Stuttgart heraus entwickelt hat und dem die erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne einen gewaltigen Schub versetzt hat. Nicht nur, weil in Folge der 250.000 Euro Finanzierung durch die Crowd auch noch ein Business Angel eine halbe Million Euro in Form einer stillen Beteiligung investiert hat. Die Resonanz der Crowd hat die Idee nicht nur bestätigt, sondern auch die funktionelle Weiterentwicklung erheblich beeinflusst. ello ist ein elektrisch angetriebener Rollator. Das klingt vielleicht banal. Für die Nutzer ist der ello das aber keineswegs, denn er kann die Unabhängigkeit und Lebensqualität von Menschen mit eingeschränkter Mobilität erheblich verbessern.

Der snakeFX ist hingegen ein recht komplexes Produkt, hier geht es um die Versorgung schwerverletzter Unfallopfer mittels externer Fixierung. Eine enorme Herausforderung, wenn offenen Knochenbrüchen innerhalb weniger Minuten erstversorgt werden müssen. Das vom Orthopäden Dr. Heiko Durst entwickelte System vereinfacht die Behandlung schwerer Knochenbrüche erheblich, verkürzt die Zeit der Installation dramatisch und reduziert die Fehlerquote. Diese Entwicklung ist nichts weniger als eine medizintechnische Revolution.

CrowdCircus.com: Was müssen Startups, aber auch etabliertere Unternehmen, die sich für eine Crowdinvesting-Kampagne auf aescuvest interessieren, vor einer Bewerbung unbedingt beachten? Nach welchen Kriterien erfolgt die Projektauswahl?

Dr. Patrick Pfeffer: Eine Unternehmensfinanzierung über aescuvest ist grundsätzlich möglich, wenn eine Idee oder ein Produkt vor der Markteinführung steht oder innerhalb von drei bis sieben Jahren zur Marktreife entwickelt werden kann. Die Idee sollte innovativ und den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie, Digitale Gesundheit, Dienstleistung oder Gesundheitsimmobilie zuordenbar sein. Das Finanzierungsziel muss mindestens 100.000 Euro betragen.

CrowdCircus.com: Was ist Ihrer Meinung nach notwendig, damit sich Crowdinvesting endgültig und vor allem nachhaltig als sinnvolle Investmentalternative etablieren kann?

Dr. Patrick Pfeffer: Ich denke, dass dafür alle Involvierten einen Beitrag leisten können. Die Plattformen müssen bei der Auswahl der vorgestellten Unternehmen sehr sorgfältig sein. Investoren sollten die ausführlichen Informationsangebote auf den Plattformen wahrnehmen und möglichst wenig aus dem Bauch heraus entscheiden. Medien sollten viel und fair berichten, als unabhängige Instanz tragen sie wesentlich zur Erziehung bzw. Ausbildung der Anleger bei. Der Gesetzgeber sollte für den notwendigen Verbraucherschutz, aber auch für hinlängliche Selbstbestimmungsmöglichkeiten der Anleger sorgen. Und alle sollten offen für den gegenseitigen Austausch sein.

CrowdCircus.com: Abschließend: Was darf man sich von aescuvest in den kommenden 6-Monaten erwarten? Können wir bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die weitere Projekt-Pipeline erhalten?

Dr. Patrick Pfeffer: Gerade haben wir mit Liqui-Patch und Rodos Biotarget zwei Kampagnen für innovative und chancenreiche Entwicklungen im Bereich der Werkstoffverabreichung finanziert und zusammen rd. 350.000 € dafür eingesammelt. Beide Unternehmen konnten parallel zur Kampagne wichtige Partnerschaften bzw. Co-Finanzierungen und Förderungen abschließen. Hinter beiden Unternehmen stehen renommierte Forscher. Bei beiden Unternehmen geht es um verbesserte Behandlungsmethoden für schwerwiegende Krankheiten wie Parkinson, Diabetes oder Krebs. Große Therapiemärkte, die gesellschaftlich hochrelevant und damit auch im Brennpunkt des allgemeinen Interesses stehen.

Aktuell startet die Kampagne für ImmunoLogik, ein Unternehmen das einen neuen Ansatz im Kampf gegen AIDS-Erkrankungen verfolgt. Dieses Thema ist in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren hingegen eher in den Hintergrund getreten. Dabei ist die Verbreitung des HI-Virus längst nicht gestoppt. Die Kampagne kann damit vielleicht auch einen Beitrag dazu leisten, AIDS wieder stärker ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Das ist auch eine Motivation des Teams von ImmunoLogik, für den Start der Crowdfunding-Kampagne.
 

Darüber hinaus wird es von Seite der Plattform Anfang 2018 spannende Neuerungen geben. Wir planen den Schritt über die deutschen Grenzen hinaus und werden bald neue Angebote für kapitalsuchende Unternehmen wie Investoren vorstellen.

CrowdCircus.com: Vielen Dank für das Gespräch & weiterhin viel Erfolg!


© CrowdCircus
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