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„Nur rund 1% aller Startup-Bewerbungen schaffen es auf die Plattform“ | Companisto im Interview

CrowdCircus.com 17 Juli 2017

Welche Hürden die Crowdinvesting-Plattform Companisto meistern musste, um auf mittlerweile mehr als 70.000 registrierte Investoren zu kommen, was Startups bei einer Bewerbung jedenfalls beachten sollten und warum sich Gerüchte einer „Crowdinvesting-Krise“ durch objektive Statistiken leicht widerlegen lassen, erklärt der Pionier aus Deutschland im Plattform-Interview mit CrowdCircus.

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CrowdCircus.com im Gespräch mit Cristin Liekfeldt, Head of Content bei Companisto:

CrowdCircus.com: Companisto gilt als „Pionier“ am deutschsprachigen Crowdinvesting-Markt: Welches Team steckt hinter der Plattform-Idee?
Cristin: Bei Companisto sind wir aktuell 27 „Zukunftsfinanzierer“, davon 20 in Berlin und 7 Entwickler in Rumänien. Unser CTO Cristi kommt aus Rumänien und hat sich dort, quasi von zu Hause aus, ein Top-Entwickler-Team zusammengestellt. Und wir anderen, inklusive unserer Gründer David Rhotert und Tamo Zwinge, arbeiten in Kreuzberg jeden Tag daran, Crowdinvesting für Startups weiterzuentwickeln.

CrowdCircus.com: Seit wann ist Companisto aktiv, welche Projektanzahl und welches Volumen konnte bislang abgewickelt werden?
Cristin: Wir wurden 2012 gegründet und sind auch seit diesem Jahr aktiv. Bisher wurden 74 Startups und Unternehmen bei uns finanziert. Dazu kommen interne Finanzierungsrunden. Seit 2012 haben wir insgesamt etwa 39,8 Millionen Euro in 84 Finanzierungsrunden bereitgestellt.

Die Companisto-Gründer David Rhotert und Tamo Zwinger (Copyright: Max Threlfall / Profund Innovation)
Die Companisto-Gründer David Rhotert und Tamo Zwinger (Copyright: Max Threlfall / Profund Innovation)

 

CrowdCircus.com: Was waren rückblickend gesehen die größten Hürden, die Companisto meistern musste, um seine heutige Marktposition zu erreichen?
Cristin: Wir hatten vor allem viel Arbeit dabei, Crowdinvesting überhaupt bekannt zu machen. Damals handelte es sich um eine völlig unbekannte Branche und die deutschen Anleger setzen immer noch besonders auf sichere Anlagemöglichkeiten wie Sparbücher und Festgeld. Investitionen in Startups waren bis dahin nur besonders wohlhabenden Privatanlegern und institutionellen Venture Capital-Gebern vorbehalten. Und dann kamen wir und öffneten die ganze Branche. Es brauchte einige Zeit, das Vertrauen von allen zu erhalten. Mittlerweile haben wir über 70.000 Investoren auf der Plattform, aber dafür haben wir auch fünf Jahre hart gearbeitet. Außerdem haben wir unsere Beteiligungsverträge immer wieder weiterentwickelt, um für alle das Beste herauszuholen. Das klingt zwar sehr bürokratisch, hat aber weitreichende Konsequenzen für Startups und Investoren. Dementsprechend ist viel Arbeit dort hinein geflossen - aber wir können jetzt auch sehr stolz darauf sein. 

CrowdCircus.com: Immer wieder wird medial behauptet, dass der deutschsprachige Crowdinvesting-Markt in einer Krise stecke: Wie beurteilt Companisto die Situation aus erster Hand?
Cristin: Wir können uns ehrlich gesagt nicht erklären, woher diese Berichterstattung kommt. Es ist gut, insbesondere beim Thema Geldanlage, kritisch zu sein und sich zu informieren. Wenn man dies jedoch tut, dann sprechen die reinen Fakten gegen eine Krise: Ein aktueller Zwischenbericht der Branchenportals crowdfunding.de zeigt: Crowdinvesting für Unternehmen hat 2017 im Vergleich zum Vorjahr wieder um 18 Prozent zugelegt. Und wir bei Companisto hatten 2016 ein Wachstum von 47 Prozent, die Anzahl der Kampagnen betreffend. Letztes Jahr haben wir außerdem erstmals die 10-Millionen-Euro-Marke bei Investitionen in Startups geknackt. Gerade haben unsere Investoren 1,4 Millionen Euro in AMERIA investiert, und das in nicht einmal 10 Tagen. Kurz: Unser Investitionsvolumen wächst, die Anzahl der Finanzierungsrunden wächst – bei uns gibt es keine Krise. Höchstens Herausforderungen.

CrowdCircus.com: In den vergangenen Jahren haben zahlreiche neue sowie auch ausländische Plattformen den deutschsprachigen Crowdinvesting-Markt für sich entdeckt: Wie kann sich Companisto in diesem kompetitiven Marktumfeld differenzieren? Worin bestehen die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale?
Cristin: Unsere Finanzierung kommt sehr schnell zustande. Von der Entscheidung für eine Finanzierungsrunde bis zum Auszahlen des Geldes vergehen im Durchschnitt nur 12 Wochen. 96,5 % aller Startups haben bei uns eine erfolgreiche Finanzierungsrunde abgeschlossen.  Nur drei Startups konnten die Schwelle nicht erreichen. Dazu haben wir die größte Investoren-Community und ein tolles Companisto-Family-Programm mit vielen Vorteilen für die Startups, die über Companisto finanziert wurden. Außerdem sind unsere Verträge so ausgestaltet, dass Co- und Anschlussfinanzierungen leicht möglich sind. Wir gliedern uns daher lückenlos in den Finanzierungsmix ein. Das ist sowohl für unsere Investoren als auch für die Startups ein Vorteil. Wir sind außerdem sehr schnell, transparent und professionell. Uns ist Qualität statt Quantität wichtig, deshalb sehen wir uns die Bewerbungen im Vorfeld genau an: Wir suchen ganz klar technologische  Wegbereiter. Nur rund 1% aller Startups-Bewerbungen schaffen es  auf die Plattform. Wir wissen genau, was unsere Investoren wollen und können so passgenaue Angebote für sie aufbereiten und vielversprechende  Startups ansprechen. Wir suchen die Gründer und Gründerinnen, die wirkliche Pioniere auf ihrem Gebiet sind.

CrowdCircus.com: Was ist Eurer Meinung nach notwendig, damit sich Crowdinvesting endgültig und vor allem nachhaltig als sinnvolle Investmentalternative etablieren kann?
Cristin: Eine aktuelle Studie, die wir mit unserem Netzwerkpartner Medianet bei der Forsa in Auftrag gaben, kam zu dem Ergebnis, dass erst rund 50 % aller Menschen Crowdinvesting kennen. Also müssen wir noch verstärkt an die Öffentlichkeit gehen und den Menschen erklären, wie Crowdinvesting funktioniert. Und wir müssen aufzeigen, dass man mit Sparbüchern und Festgeld kaum noch eine Rendite erzielen kann. An Innovation kann aber jeder von uns teilhaben und wenn man aufmerksam und aufgeklärt investiert, kann Crowdinvesting eine tolle Investitionsmöglichkeit sein. Etwas Anreiz vom Gesetzgeber, etwa in Form steuerlicher Vorteile bei Investitionen in Startups und Wachstumsunternehmen, wie sie in anderen Ländern längst Gang und Gebe sind, würden dabei sicher helfen.

CrowdCircus.com: Was müssen Startups, aber auch etabliertere Unternehmen, die sich für eine Crowdinvesting-Kampagne auf Companisto interessieren, unbedingt beachten?
Cristin: Crowdinvesting bringt viele Vorteile mit sich, bedeutet allerdings auch eine arbeitsintensive Zeit. Wir arbeiten zwar in etablierten Prozessen sehr gut mit allen Beteiligten zusammen und begleiten die Kampagne, jedoch ist Eigeninitiative von großer Bedeutung. Je besser eine Kampagne vorbereitet wird, desto erfolgreicher ist sie unserer Erfahrung nach. Auch die Kommentare der Investoren während der Kampagne sind wichtig und es ist von Vorteil, wenn man diese zeitnah beantwortet werden. Wir haben dazu aber auch einmal einen Blogbeitrag geschrieben, der das gut beschreibt.

CrowdCircus.com: Abschließend: Was darf man sich von Companisto im zweiten Halbjahr 2017 erwarten? Können wir bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die weitere Projekt-Pipeline erhalten?
Cristin: Wir investieren gerade wieder verstärkt Zeit und Manpower in die Akquise von spannenden Investitionsmöglichkeiten und ich kann schon mal sagen, dass es einige tolle und  internationale Startups auch dem (Hoch-)Technologie-Bereich geben wird. Mehr wird jedoch noch nicht verraten!

CrowdCircus.com: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Tipp: Companisto-Projekte auf CrowdCircus.com


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