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Crowdinvesting als Ergänzung des Anlageportfolios

Companisto.com 26 July 2017

Wie kann man Crowdinvestments in einem breit diversifizierten Anlageportfolio sinnvoll einsetzen? Antworten im aktuellen Gastbeitrag von Cristin Liekfeldt, Head of Content bei Companisto:

„Seit der Entstehung der Börse haben sich zwei große Strömungen im Investment-Sektor etabliert: Das Value Investing, welches Investitionen in einzelne, unterbewertete Unternehmen einer wohlvertrauten Branche fokussiert und die Portfolio-Theorie, die auf Diversifizierung und Risikostreuung in mehrere Unternehmen unterschiedlicher Sektoren setzt. 

Die am weitesten verbreitete Theorie ist die der Diversifizierung. Hier gilt die alte Börsenweisheit, sein Portfolio zu diversifizieren und so das Risiko möglichst breit zu streuen. Nur ein ausreichend diversifiziertes Portfolio minimiert das Risiko für den Investor und schützt ihn vor dem Totalverlust seines eingesetzten Kapitals. Das bedeutet aber auch, dass neben klassischen Geldanlageformen wie Staatsanleihen, Lebensversicherungen oder Sparbüchern auch risikoreichere Anlageformen wie Aktien oder Unternehmensanleihen Einzug in ein ausbalanciertes Portfolio erhalten sollten.

Die klassischen Vermögensanlagen wie Festgeld, Tagesgeld und das Sparbuch verfügen zwar über ein geringes Risiko, sind jedoch auch in ihren Chancen auf Rendite begrenzt. Die Niedrigzinsphase belastet ihre Renditeaussichten zusätzlich. Nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Europäische Union befindet sich in einem anhaltenden Zinstief. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt mit 0,05 Prozent pro Jahr auf einem historischen Tiefstand und eine Trendwende ist in Rendite naher Zukunft nicht zu erwarten. Dies bedeutet für Anleger, dass die klassischen Vermögensanlagen kaum noch Renditen abwerfen. So sind selbst konservative Investoren zunehmend gezwungen, sich nach neuen Renditechancen umzusehen, wenn sie in Zukunft weiter Vermögen aufbauen wollen.

Crowdinvesting ist eine Vermögensanlage mit dem Potenzial einer hohen Rendite

Crowdinvesting oder auch equity-based crowdfunding ist eine Anlagemöglichkeit mit hohem Renditepotenzial. Privatanleger, die im Fachjargon auch Crowdinvestoren genannt werden, investieren privates Wagniskapital in Startups, Wachstumsunternehmen oder auch Immobilien. Vor dem Auftauchen der ersten Plattformen 2011/2012 war Privatanlegern dieser Weg größtenteils versperrt. Sie konnten sich lediglich an professionellen Fonds beteiligen, die dann ihrerseits in Startups investierten. Doch durch das Internet können sie sich nun direkt an jungen Unternehmen beteiligen. Online-Plattformen wie Companisto (Investitionen in Startups) oder Exporo (Investitionen in Immobilien) ermöglichen den einfachen und schnellen Einstieg in die Anlageform.

Die Crowdinvestoren, die in Startups und Unternehmen investieren, finanzieren beispielsweise die Unternehmen über ein Nachrangdarlehen und erhalten dafür entweder einen jährlichen Festzins von 8 Prozent (bei Wachstumsunternehmen) oder eine Gewinn- und Exit-Beteiligung (bei Startups). Bei der zweiten Variante erhalten sie zwar keinen Festverzins, werden dafür aber am künftigen Gewinn und bei einem möglichen Verkauf des Unternehmens (auch Exit genannt) beteiligt. Dies kann sich vor allem bei einem erfolgreichen Exit durch hohe Renditen bezahlt machen. Beide Formen (Festzins und Gewinn-/Exit-Beteiligung) bergen allerdings neben den Renditechancen auch das Risiko, das eingesetzte Kapital komplett zu verlieren, sollte das Unternehmen keinen Erfolg verzeichnen.

Seit 2015 verfügt der Bereich Crowdfunding, zu dem neben Crowdinvesting auch Crowdlending zählt, über einen gesetzlichen Rahmen. Die Bundesregierung hat in diesem Jahr das sogenannte Kleinanlegerschutzgesetz auf den Weg gebracht, dass für eine bessere Aufklärung und einen umfassenden Investorenschutz sorgen soll. Seitdem untersteht Crowdinvesting der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Finanzierungsrunden über 2,5 Millionen Euro unterliegen nun einer Prospektpflicht gegenüber der BaFin.

Durch Crowdinvesting gewinnt privates Wagniskapital an Bedeutung

Crowdinvesting hat in Deutschland erst seit 2012 eine bedeutende Rolle am Finanzmarkt eingenommen. Anfänglich betrug das Volumen des Marktes nur einige Hunderttausend Euro pro Jahr. Aktuell umfasst der Markt für Crowdinvesting mehr als 144 Millionen Euro und wächst weiter rasant. Seit 2011 wurden insgesamt 408 Finanzierungsrunden durchgeführt, wie aus der Datenbank von Crowdinvest.de hervorgeht. Das gesammelte Kapital floss vorwiegend in Startups, aber auch in Immobilien, Energieprojekte oder Filmproduktionen. Seit 2011 wurden 214 Startups mit Hilfe von Crowdinvesting finanziert.

Nach der gleichen Studie fielen bisher nur rund 15 Prozent der Investitionen aus, was deutlich unter den Erfahrungswerten von professionellen Startup-Investoren liegt. Dagegen sind 83 Prozent der Unternehmen nach wie vor aktiv.

Grundsätzlich setzen Investoren beim Crowdinvesting auf eine langfristige Anlage, die in der Regel erst nach 5 – 7 Jahren in die Gewinn-Zone kommen. Es kann Monate bis Jahre dauern, bis ein Unternehmen die Kinderschuhe verlassen und sich am Markt etabliert hat. In der Regel erreichen erfolgreiche Startups nach vier Jahren die Gewinnzone. Dann allerdings schlägt sich die Geduld mitunter in hohen Renditen nieder.

Mit Crowdinvesting nachhaltige Investments tätigen

Crowdinvesting ist in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung für das Portfolio eines jeden Anlegers. Da es sich um ein langfristiges und nachhaltiges Investment handelt, eignet es sich ideal zur Ergänzung von eher kurzfristigen Investments wie Aktien oder langfristigen, aber renditeschwachen Vermögensanlagen wie Edelmetallen oder Staatsanleihen. Ein entscheidender Vorteil des Crowdinvesting ist, dass Investitionen schon ab einem geringen Wert möglich sind.

Jeder Investor kann sich selbst ein Bild des Unternehmens und der Geschäftsidee machen, bevor er sich für eine Investition entscheidet. Später kann er über die Crowdinvesting-Plattform das Wachstum des Startups mitverfolgen. Und schließlich handelt es sich beim Crowdinvesting auch um gesellschaftlich sinnvolle Investitionen. Privatanleger finanzieren junge Unternehmen in Deutschland in einer Frühphase mit Wagniskapital. Sie helfen damit nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Denn die Startups von Heute sind der Mittelstand von Morgen.“

Über die Gastautorin: Cristin Liekfeldt ist Head of Content bei Companisto und schreibt für die Investoren Akademie und den Companisto Blog Artikel über Crowdinvesting, Investitionen in Startups, Pioniere und Entrepreneurship.

Tipp: Companisto-Projekte auf CrowdCircus.com

Cristin Liekfeldt

Cristin Liekfeldt ist Head of Content bei Companisto und schreibt für die Investoren Akademie und den Companisto Blog Artikel über Crowdinvesting, Investitionen in Startups, Pioniere und Entrepreneurship.


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